Früher war alles besser

…oder halt auch nicht. Wenn man auf Sportwetten steht. Denn in der Pre-Smartphone-Ära war an mobiles Wetten nicht zu denken. In Zusammenarbeit mit fußballwetten bei William Hill möchten wir an eine Begebenheit erinnern, während der so ein Wischtelefon samt App äußerst hilfreich gewesen wäre.

17. Oktober 2004. Wenn in der Oberliga Nordrhein der 15. auf den 8. trifft, wäre das damals wie heute eigentlich kein Grund zur Aufregung gewesen. Eigentlich. Denn wenn das Spiel in einer zumindest semiprofessionellen Amateurliga 0:12 endet, ist das dann vielleicht doch Anlass, sich näher mit den Umständen zu befassen.

PSI Yurdumspor Köln war ein 1974 von türkischen Migranten gegründeter Fußballclub aus der Domstadt. Bereits das Vereinskürzel PSI ist ein Schmankerl für sich, steht es doch für „Partner-Stadt Istanbul“. Zu Beginn der Saison 2006/07 musste der Verein leider sämtliche Mannschaften vom Spielbetrieb zurückziehen.

Die finanziellen Probleme, die später zum Aus des kompletten Vereins führen sollten, hatten sich bereits im Herbst 2004 manifestiert. Wochenlang hatten die Spieler damals auf zugesicherte Zahlungen – für Nüsse wird eben selbst in der Oberliga nicht gekickt – verzichtet, wurden immer wieder vertröstet. Bis die Mannschaft beschloss, das Spiel gegen den 1. FC Bocholt an jenem 17. Oktober zu bestreiken.

Zunächst schien sich das Team auch geschlossen daran zu halten, der Platzwart der „Bezirkssportanlage Köln-Chorweiler“ machte uns eine halbe Stunde vor Spielbeginn wenig Hoffnungen. Doch dann wurde es urplötzlich hektisch auf der Anlage, Handys wurden gezückt, kurze Zeit später fuhren einige Autos vor und die wenigen anwesenden Spieler der Hausherren tauschten nun doch Straßen- gegen Sportkleidung.

Was war passiert? Nun, nichts genaues weiß man nicht. Aber es ist anzunehmen, dass Bocholts solventer Vereinspräsident die Situation erkannte und in der Heim-Kabine einige 50er den Besitzer wechselten. Mit 25 Minuten Verspätung konnte das Spiel nun doch angepfiffen werden.

Doch allen Telefonketten zum Trotz konnte Yurdumspor lediglich eine mit A-Jugendspielern verstärkte Rumpfelf aufs Feld schicken. Elf ist übertrieben, es standen bei Spielbeginn zehn Mann auf dem Rasen, wobei der Ersatzkeeper das Tor hütete und die eigentliche Nr. 1 im Sturm wirbelte.

Und genau hier, bzw. einige Minuten vorher, kommt das Smartphone ins Spiel. Oder eben nicht. Wegen „gab’s noch nicht“. Sein komplettes Geld auf ein Fußballteam zu setzen, wäre an diesem Tag jedenfalls eine absolut risikolose Investition gewesen. Yurdumspor Köln – 1. FC Bocholt 0:12. Danke, bitte.